CA Immo plant ikonographisches Hochhausensemble in Frankfurt – Realisierungswettbewerb für „Millennium Areal“ entschieden

 

 

 

  • CA Immo und die Stadt Frankfurt stellen den Siegerentwurf des Realisierungswettbewerbes für das sogenannte „Millennium Areal“ vor: Ferdinand Heide gewinnt mit ikonographischem Entwurf
  • Mit einer Höhe von rd. 280 Metern soll das höchste Bürohochhaus Deutschlands entstehen – die Spitze des Turms soll als spektakuläre öffentlich zugängliche „Skyhall“ ausgebildet werden
  • Ensemblekonzept sieht eine hohe, urbane Nutzungsmischung aus Büro, ggf. Hotel, Wohnen und ergänzender öffentlicher Nutzungen vor
  • Errichtung von ca. 500 Wohnungen (davon 40 % öffentlich gefördert) geplant
  • Energieeffizienz und Ressourcenschonung im Fokus: Der Entwurf von Ferdinand Heide sieht u. a. die Errichtung eines Blockrandgebäudes in Holzhybridbauweise und die Nutzung von regenerativen Energien zur Gewinnung des Großteils der im Gebäudebetrieb benötigten Primärenergie vor
  • Öffentliche Ausstellung aller Wettbewerbsbeiträge vom 06. bis 17. Dezember im Atrium des Planungsdezernates Frankfurt, geöffnet Montag bis Freitag von 08:30 bis 18:00 Uhr

Frankfurt, 06.12.2021 – Der international besetzte Realisierungswettbewerb für das Hochhausensemble auf dem sogenannten „Millennium Areal“ in Frankfurt ist entschieden. Das Preisgericht unter Vorsitz des Architekten Prof. Johann Eisele kürte den Entwurf des Frankfurter Architekturbüros Ferdinand Heide zum Sieger des Wettbewerbs. Der zweite Platz ging an das Architekturbüro Cobe aus Kopenhagen. Anerkennungen erhielten zudem die Büros David Chipperfield Architects (Berlin/London) und Schneider + Schumacher Architekten (Frankfurt/M.).

Mit dem nun abgeschlossenen Realisierungswettbewerb wurde die Grundlage zur weiteren Entwicklung des sogenannten „Millennium Areals“ geschaffen. Für das Areal hatten CA Immo und die Stadt Frankfurt das Konzept für ein gemischt genutztes Gebäudeensemble mit zwei unterschiedlich hohen Hochhäusern und einer Blockrandbebauung entwickelt. Während im Blockrandgebäude und dem niedrigeren Hochhaus (Turm B) vorwiegend Wohnungen realisiert werden sollen, ist für das höhere Hochhaus (Turm A) derzeit eine Mischung aus Büro- und ggf. Hotelnutzung vorgesehen. In Ergänzung dazu sollen in den Erdgeschossen sowie in den unteren Geschossen öffentliche Nutzungen wie Gastronomie, Einzelhandel, Dienstleistungen und eine Kindertagesstätte untergebracht werden, um so ein lebendiges und vielfältiges Gebäudeensemble zu schaffen.

Entwurf von Ferdinand Heide überzeugt sowohl in städtebaulicher als auch architektonischer Hinsicht

Der Entwurf von Ferdinand Heide sieht die Errichtung eines rund 280 Meter hohen Büro- und Hotelturmes (Turm A), eines rund 157 Meter hohen Wohnturmes (Turm B) und eines Blockrandgebäudes in Holzhybridbauweise vor. Die zwei Türme werden dabei spannungsvoll in sich verdreht, wodurch insbesondere im Turm A großzügige Terrassen und attraktive Vor- und Rücksprünge in der Gebäudekubatur entstehen. Durch den „Twist“ in den Türmen gelingt es dem Entwurf jedoch auch, die Abstände zwischen den Gebäuden zu erhöhen, was insbesondere der Belichtung der Wohnungen in Turm B zu Gute kommt und die energetische Ausbeute für in die Fassade integrierte Photovoltaik-Anlagen deutlich erhöht. Im Erdgeschoss sieht der Entwurf öffentliche Flächen mit einer hohen Aufenthaltsqualität vor.
Den krönenden Abschluss des Turm A findet der Entwurf in der Ausgestaltung einer für die Öffentlichkeit zugänglichen „Skyhall“, die sowohl als Veranstaltungsraum als auch als Aussichtsplattform nutzbar ist.

Prof. Johann Eisele, Vorsitzender des Preisgerichts: „Der Entwurf von Ferdinand Heide für das Hochhausensemble überzeugte die Jury durch die gelungene städtebauliche Disposition der Baukörper, welche auch einen Bezug zum bestehenden Tower 185 herstellen. Der Entwurf weist eine gelungene Hierarchie der öffentlichen Räume und eine schlüssige Adressbildung für die verschiedenen Gebäudeteile und Nutzungen auf. Zudem verfügt er über eine spektakuläre Architektur: Das höchste Gebäude ist als in sich verdrehte Skulptur gestaltet. Der obere Abschluss dieses Turms ist prägnant ausformuliert und verleiht dem Gebäude eine markante, unverwechselbare Fernwirkung.“

Mike Josef, Planungsdezernent der Stadt Frankfurt, ergänzt: „Das Wettbewerbsverfahren hat ein hervorragendes Ergebnis geliefert, das im Hinblick auf Nachhaltigkeit und Nutzungsmischung überzeugt – sogar in einer der Turmspitzen. Dass von den insgesamt rund 500 Wohnungen 200 öffentlich gefördert sind, kommt der sozialen Durchmischung des gesamten Quartiers zugute. Ich freue mich besonders, dass mit Ferdinand Heide ein Architekt aus Frankfurt das Rennen gemacht hat. Seine beiden Hochhäuser werden hoffentlich schon bald das Hochhauscluster an der Messe städtebaulich ergänzen und mit ihrer architektonischen Ausstrahlung die Skyline bereichern.“

Strenge Nachhaltigkeitsvorgaben bereits in der Auslobung des Wettbewerbs formuliert

Neben einer herausragenden architektonischen und städtebaulichen Qualität hatte CA Immo bereits in der Auslobung des Wettbewerbs höchste und ambitionierte Anforderungen an sowohl eine ressourcenschonende und klimafreundliche Realisierung als auch den künftigen Betrieb des Gebäudeensembles formuliert. Dazu gehört ein innovatives Energiekonzept, durch das ein Großteil der von den Gebäuden benötigten Energie regenerativ direkt im bzw. am Gebäude erzeugt werden soll, u. a. durch den Einsatz großflächiger Photovoltaikanlagen in den Fassaden der Hochhäuser und durch die Speicherung und Nutzung innerer Wärmequellen der Gebäude. Bei den zu verwendenden Baumaterialien wird Wert darauf gelegt, dass die Gewinnung und Verarbeitung anerkannten ökologischen und sozialen Standards entspricht. Sie sollen in möglichst geringem Maße „graue Energie“ binden, geringe Betriebsaufwendungen für die Reinigung und Instandhaltung verursachen, eine möglichst lange Lebensdauer aufweisen und in hohem Maße rückbau- und recyclingfähig sein. Zu allen Nachhaltigkeitsaspekten hatte CA Immo bereits umfangreiche Voruntersuchungen angestellt, deren Ergebnisse den Teilnehmern des Architekturwettbewerbs als Zielsetzung und konkrete Planungshinweise anhand gegeben wurden.

Zu all diesen Aspekten hat Ferdinand Heide in seinem Entwurf überzeugende Lösungsansätze aufgezeigt. Hierzu zählt u. a. das Realisierungskonzept des Blockrandgebäudes in Holzhybridbauweise und ein innovatives Tragwerkskonzept für die Hochhäuser, durch das rd. 20 % weniger Beton und Stahl als bei herkömmlicher Bauweise benötigt werden. Auch die Anforderung, in die Fassade der Hochhäuser Photovoltaikanlagen zu implementieren, wurde gleichermaßen auf energetisch hocheffiziente und architektonisch überzeugende Weise gelöst. Rund 3.500 Photovoltaikmodule an der Fassade und auf Dächern decken dabei bis zu 25% des Strombedarfs der Gebäude. Zudem wurde ein Energiekonzept entwickelt, welches u. a. durch Nutzung von Geothermie (Erdwärme) und Wärmerückgewinnung einen hocheffizienten und ressourcenschonenden Betrieb der Gebäude sicherstellt.

Matthias Schmidt, Geschäftsführer CA Immo Deutschland und Leiter Projektentwicklung: „Unsere für den Wettbewerb formulierte Vision für das Ensemble war nicht nur Deutschlands höchstes Bürogebäude zu entwickeln. Wir möchten hier ein Gebäude sehen, das sowohl architektonisch ein Ausrufezeichen setzt und künftig als neue Benchmark für nachhaltige Gebäudeentwicklung gilt. Diese Aufgabestellung hat Ferdinand Heide wie kein anderes Büro im Wettbewerb in hervorragender Form gemeistert. Wir sind davon überzeugt, dass dieser ikonographische Entwurf dem zurecht hohen gestalterischen Anspruch an dieses Projekt gerecht wird. Gleichzeitig haben Ferdinand Heide und die Fachplaner aufgezeigt, wie sich durch innovative Konstruktionsprinzipien bereits in der Erstellung des Ensembles kostbare Rohstoffe schonen, die im Gebäude gebundene ‚graue‘ Energie einsparen und den CO2 Footprint reduzieren lassen. Die Flexibilität der Struktur sichert darüber hinaus eine langfristige Nutzungsdauer. Und auch für den Betrieb des Gebäudes wurde durch die maximale Nutzung von regenerativen Energien der CO2-Austoß erheblich reduziert. So sind für das Gebäudeensemble sowohl die Nutzung geothermischer Energie als auch die Eigenproduktion von Strom über umfangreiche Solarpanele in der Fassade vorgesehen.“

Der Baubeginn wird voraussichtlich nicht vor 2025/2026 erfolgen. Der genaue Zeitplan wurde von CA Immo noch nicht festgelegt und wird von einer Reihe von Faktoren abhängen, unter anderem vom Erhalt der Baugenehmigung, der Entscheidung über den endgültigen Nutzungsmix und einer zufriedenstellenden Marktnachfrage bzw. Vorvermietungsquote.

Hochkarätig besetzter Architekturwettbewerb

Zum Architekturwettbewerb wurden acht renommierte internationale, nationale und lokale Architekturbüros eingeladen. Dazu gehören die Büros 3XN Architects (Kopenhagen, DK), David Chipperfield Architects (London/Berlin, UK/D), Cobe (Nordhaven, DK), Ferdinand Heide Architekt (Frankfurt, D), Herzog & de Meuron, (Basel, CH), Ingenhoven Architects (Düsseldorf, D), OMA (Rotterdam NL), Schneider + Schumacher Architekten (Frankfurt, D).

Die teilnehmenden Büros hatten Anfang Oktober 2020 mit der Arbeit für den Wettbewerb begonnen und ihre Ergebnisse fristgerecht eingereicht. Ursprünglich war die Preisgerichtssitzung für Januar 2021 vorgesehen. Die Sitzung musste jedoch aufgrund der Corona-Pandemie mehrfach verschoben werden und fand schließlich Ende August 2021 statt. Der Entscheidung des Preisgerichts schloss sich eine Überarbeitungsphase des Siegerentwurfs an, der nun der Öffentlichkeit zusammen mit allen Wettbewerbsarbeiten präsentiert wurde.

Die Wettbewerbsergebnisse aller teilnehmenden Büros sowie auch der überarbeitete Siegerentwurf von Ferdinand Heide werden vom 06. bis 17. Dezember 2021 im Atrium des Planungsdezernates Frankfurt öffentlich ausgestellt.

Steckbrief Gebäudeensemble auf dem „Millennium-Areal“

Lage Frankfurt, Europaviertel zwischen Hohenstaufenstraße und Osloer Straße
Grundstücksgröße ca. 8.700 m²
Gebäudeart Zwei Hochhäuser (ca. 157 und ca. 280 Meter) und ein Sockelgebäude mit 6 Vollgeschossen plus ggf. 1 Staffelgeschoss
Hauptnutzungen Büro, Hotel, Wohnen, Kindertagesstätte (4 Gruppen), Gastronomie, Aussichtsplattform/Rooftop-Gastro (Skyhall)
Ergänzende Nutzungen Einzelhandel, Dienstleistungsangebote, Arztpraxen, Freizeitnutzungen
BGF Gesamt: ca. 178.000 qm oberirdisch, davon ca. 92.000 m² Büro, ca. 48.000 m² Wohnen, ca. 22.000 m² Hotel, ca. 15.000 m² Erschließungsbereiche, Gastronomie, Handel und ergänzende öffentliche Nutzungen, ca. 1.000 m² zzgl. mind. 600 m² Außenspielfläche für Kita
Geförderter Wohnungsbau ca. 200 Mietwohnungen im 1. und 2. Förderweg
Freifinanzierter Wohnungsbau ca. 300 Wohnungen